PollerElly_

Poller- Elly und Rattenpack

by Dr. Wolf Tekook

Wenn Seeleute am Abend ihr Schiff im Hafen festgemacht haben, dann treffen sich die harten Männder – und Frauen – unter Deck, es werden Flaschen mehr oder weniger hochprozentigen Inhalts aufgemacht – und dann wird eifrig Seemannsgarn gesponnen. Michael Buschow hat in seinem Buch Poller- Elly und Rattenpack – Von ungewöhnlichen Menschen auf ungewöhnlichen Schiffen [...]

PotthoffTrankDerVampire

Trank der Vampire

by Dr. Wolf Tekook

Regionale Krimis haben seit Jahren einen festen und treuen Leserstamm. Das Rezept hierzu ist so einfach wie wirkungsvoll: Man nehme einen gängigen Kriminalstoff – Mord, Entführung, Geiselnahme oder ähnliches -, lasse aber Bösewichte und verfolgende Helden nicht in der Anonymität agieren, sondern verlagere die Schauplätze für den lokalen Kenner nachvollziehbar und mit detaillierter Beschreibung auf[...]

ElliRadingerWolfskuesse

Wolfsküsse

by Dr. Wolf Tekook

Wie ändert eine Ex- Stewardess und mit der Arbeit nicht glückliche Rechtsanwältin ihr Leben, nachdem zu allem Überfluss auch noch die Ehe gescheitert ist? Das ist der Stoff, aus dem das ZDF in unschöner Regelmäßigkeit Melodramen zurechtschnitzt, worüber Tageszeitungsleser in Form von Fortsetzungsromanen untersten Niveaus hinwegblättern und sich die Abonnenten bestimmter, für die Damenwelt konzipierter[...]

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Swamplandia

by Gino Leineweber

Karen Russell wurde 1981 in Miami geboren. Sie studierte an der Northwestern University in Evanston/Illinois Englisch und Spanisch. Ihre Erzählungen sind unter anderem im “New Yorker”, in “Granta” und in “Best American Short Stories” 2007 erschienen. Swamplandia! ist ihr erster Roman. Swamplandia!, was für ein Name. Mit dem Teil Swamp, Sumpf, sind wir auf der[...]

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Wozu lesen?

by Gino Leineweber

Charles Dantzig, geboren 1961, publiziert seit den 1990er Jahren Lyrik, Romane und Essays. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er den Prix de l’Essai der Académie française und den Grand prix der Elle-Leserinnen. Dantzig ist Lektor im französischen Verlag Grasset und lebt in Paris. Das Buch von Charles Dantzig, Wozu Lesen!, ist ein besonders angenehm gestaltetes[...]

Cover

Handbuch für Songtexter. Mehr Erfolg durch professionelles Schreiben und Vermarkten

by Johanna Renate Wöhlke

Das Buch für professionelles Schreiben und Vermarkten „Handbuch für Songtexter. Mehr Erfolg durch professionelles Schreiben und Vermarkten“ ist der Titel des Buches. Es ist ein Buch, das Songschreibern helfen will, gut mit Sprache und erfolgreich mit guter Sprache umzugehen. Außerdem geben die Autoren Informationen und Tipps, wie die Ergebnisse vermarktet werden können und informieren umfassend[...]

SelbstportraetCheGue

Selbstporträt Che Guevara

by Dr. Wolf Tekook

Es gibt Bücher, bei denen die Urheberschaft nicht so einfach zu ermitteln ist. Das Selbstporträt Che Guevara gehört in diese Gruppe: Der argentinischstämmige Revolutionär erscheint als Autor auf de Bild- und Textband. Als Herausgeber wird der kubanische Autor Víctor Casaus genannt. Besucht man dessen Homepage, so werden zahlreiche Romane, Lyrikbände und Filme gelistet; doch das[...]

BekenntnisseEinesEconomic

Bekenntnisse eines Economic Hit Man

by Dr. Wolf Tekook

Nicht NUR eine Buchkritik Es gibt Bücher, deren prophetische Wirkung man erst nach einiger Zeit erfasst. Ein solches Buch ist Bekenntnisse eines Economic Hit Man von dem amerikanischen Autor John Perkins. Das Buch ist keine Fiktion, sondern die Autobiographie eines Mannes, Jahrgang 1946, der vom amerikanischen Geheimdienst NSA und der internationalen Beratungsfirma MAIN für den[...]

PatientImVisier

Patient im Visier

by Dr. Wolf Tekook

Die Autoren beginnen mit einer Schreckensmeldung: “Harte Zeiten für die Pharmakonzerne”. Der Grund: Jahrzehntelange erprobte Werbestrategien für rezeptpflichtige Medikamente – eine Einladung an Ärzte zu einem Luxuswochenende in der Schweiz oder das Beschenken besuchter niedergelassener Mediziner mit DVD- Player oder iPod – bringen nicht mehr die gewohnten Umsatzsteigerungen. Skandale und Gerichtsverhandlungen mit Verurteilungen von Ärzten[...]

CoibinBrooklin

Brooklyn

by Gino Leineweber

Colm Tóibín wurde am 30. Mai 1955 in Enniscorthy, in Irland geboren. Tóibíns erster Roman The South wurde von der Zeit, die er in Barcelona verbrachte, inspiriert und von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Neben Romanen schreibt Tóibín auch Sachbücher, und arbeitet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit als Journalist und Literaturkritiker Die junge Eilis wandert nach Amerika[...]

SarrazinDeutschland

Deutschland schafft sich ab

by Dr. Wolf Tekook

Von Dr. Wolf Tekook Am 30. August 2010 kam das Buch Deutschland schafft sich ab von Thilo Sarrazin auf den Markt. Am 29. Oktober 2010 meldete der SPIEGEL Online eine Gesamtauflage von 1,1 Millionen, von denen 1 Million bereits ausgeliefert seien. Am 7. Februar 2011 belegte das Buch in der Amazon- Verkaufsstatistik immer noch den[...]

GeschichtenAusBethlehem

Geschichten aus Bethlehem

by Dr. Wolf Tekook

Von Dr. Wolf Tekook Es gibt Bücher, deren Hochkonjunkturzeit vor Weihnachten liegt. Es gibt Bücher, die berichten vom lobenswerten Einzelinitiativen, um das Leid der Welt zu lindern. Es gibt Bücher, die zu dem Zweck geschrieben werden, die Spendenbereitschaft der Leser anzuregen. Es gibt Bücher, die, um das angestrebte Ziel zu erreichen, Fakten und Meinungen mischen[...]

PhilemonUndBaucis_Umschlag_TekookVorderseite

Philemon und Baucis

by Johanna Renate Wöhlke

Kunstfotografie zwischen Schönheit und Verletzlichkeit Wolf Tekook verwebt und verschachtelt in seinen Bildern, lässt ineinander fließen und verbindet Gegensätzliches, spielt mit Licht, projiziert und dokumentiert. Da zeigen sich die Facetten des gelebten Lebens, denn der Krefelder Dr. Wolf Tekook (58) ist Arzt und Künstler, Mediziner und Fotograf. Die Galerie auf seiner Website zeigt die ganze[...]

Solar

Categories: Roman
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Published on: 22. November 2010


Ian McEwan, geboren 1948, lebt in London. Seine ersten Erzählungen wurden 1976 mit dem Somerset-Maugham-Award ausgezeichnet. 1998 erhielt er den Booker Prize, im Jahr darauf den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Der Roman Abbitte erhielt nicht nur amerikanische und britische Preise, sondern wurde 2004 als Bester Europäischer Roman ausgezeichnet.

Solar beginnt: „Er gehörte zu jener Sorte Mann … die auf gewisse schöne Frauen erstaunlich anziehend wirkt. Jedenfalls wiegte er sich in dem Glauben, und der war bisher nicht erschüttert worden. Zugute kam ihm dabei, dass manche Frauen ihn für ein Genie hielten, das man retten musste.“

Wirkt er „erstaunlich anziehend“ oder er glaubt er das nur? Verwirrend. Auch weil der Leser nicht erkennen kann, wobei dem Mann etwas zugute kommt, abgesehen davon, dass mir bisher nicht bekannt war, warum ein Genie per se gerettet werden müsse.

Das mag spitzfindig sein. Hält man sich indes an die These, im Roman sei wichtig, der erste Satz, der erste Absatz, die erste Seite, dann hat Ian McEwan es verdorben.

Es geht um Michael Beard, zu Beginn 53 Jahre alt, der als junger Mann den Nobelpreis für Physik gewonnen hat, und heute von dieser Reputation lebt. Allerdings ist er unzufrieden, wie man so sein kann, wenn der Höhepunkt des Lebens in frühen Jahren eingetreten und man nicht intelligent genug ist, damit umzugehen.

Im Klappentext heißt es u. a. „Ian McEwans Roman ist eine ebenso gnadenlose wie vielschichtige Abrechnung mit der Politik, dem Wissenschaftsbetrieb – und einer Sorte Mann. Ein Buch, das den Faktor Mensch auf literarisch neue Art und Weise in die Klimarechnung einführt.“

Nichts davon stimmt. Wenn man vom „Faktor Mensch“ und einer „literarisch neuen Art und Weise“ spricht, dann ist das genauso oberflächlich wie der Roman.

McEwan geht nicht auf seine Charaktere ein. Er bringt einen Roman mit seinem flüssigen Schreibstil zu Ende, dessen Nebenhandlungen (Reise an den Pol, Zugfahrt mit Chipstüte,) zwar sehr schön zu lesen sind, aber mit der Haupthandlung wenig zu tun haben. Es ist sogar nicht übertrieben, zu sagen, der Handlung fehle insgesamt jede Kausalität. Wenn McEwan die losen Enden am Schluss zusammenführt, bleibt die Frage, wenn man das Warum gutwillig beantwortet hat, warum jetzt? Die Antwort kann nur lauten, damit es zu Ende ist.

Iwan McEwan kommt nie zum Thema. Dem Beginn, mit einer gescheiterten Ehe, seiner fünften, folgen Jahre später die Beschreibung einer weiteren Beziehung um dann noch später dieser Beziehung eine weitere hinzuzufügen. Das verbindet sich nur insofern, als es sich um ein und denselben Mann handelt. Im beruflichen Bereich geht es an den Nordpol, zwischendurch ereilt ihn der Bann von Feministen, bis er, mit gestohlenen Patenten zum Unternehmer der Solarindustrie wird. Das hat ebenfalls nichts miteinander zu tun. Die Passagen über den Klimawandel (oder Klimarechnung, wie der Verlag es nennt) bedurften sicher der Recherche, sind aber nicht neu. McEwan erzählt ein paar schöne Geschichten, schreibt das Wort Roman darüber und wenn man, wie er, gut erzählen kann, dazu noch einen Namen hat und ein wichtig-bedenkliches Thema aufgreift, ist die Sache geritzt.

„Waren Ehen, seine Ehen nicht Gezeiten ähnlich? Während die eine verebbte, rollte schon die nächste heran?“ Dieser Satz und die damit verbundene Diktion würden einem unbekannten Schriftsteller kaum durchgehen. Gezeiten können weder verebben noch heranrollen, oder? Es müsste heißen, wie Ebbe und Flut, Ehen waren wie Ebbe und Flut, statt Gezeiten.

An Stilblüten fehlt es auch nicht. Ein paar Beispiele: „Blühender Weißdorn auf dem Mittelstreifen verschwendete seinen Duft an die vorbeifahrenden Autos… Nach zwei drei Gläsern Weißwein ging der Rote problemlos runter wie Wasser… Dieselbe vernunftbegabte Instanz riet ihm, sich das sorgfältig zu überlegen… Diese riesigen Wunden aus Beton, bandagiert mit Stahl, versorgt mit Kathedern, die für Zu- und Abfluss endloser Autoströme sorgten… Er nahm ein Glas Chablis zur inneren Reinigung, während sich Krawatten mit Gesichtern darüber um ihn drehten.“

Wen das nicht stört, der kann, wenn er beispielsweise für eine Woche an den Strand nach Fuerteventura fährt, und nichts weiter tun möchte, als sich zu entspannen, das Buch gern kaufen und lesen. An einem Winterabend, auf der Couch, bei einem Glas Rotwein, kann es nicht mithalten. Ich möchte eine 46 Seiten lange Schilderung über die besagte Nordpolreise  nur lesen, wenn ich mich für den Nordpol interessiere oder wenn die Ereignisse dort, wie auch immer, einen Zusammenhang mit der vorherigen oder späteren Handlung haben. Was Michael Beard nach der Heimkehr zu Hause erlebt, setzt zwar eine mehrtägige Abwesenheit und unangekündigte Heimkehr voraus, aber dazu bedarf es keines Reiseberichts. Die Schilderung auf sieben Seiten über eine Bahnfahrt mit den Erlebnissen um eine Chipstüte führt auch zu nichts.

Muss man da so kleinlich sein, könnte man sagen, zumal der Autor doch gut erzählen kann, beispielsweise, wie Michael Beard um seinen Penis bangt, nachdem er in klirrender Kälte pinkeln musste. Ja, man könnte sagen, lass ihn doch, wenn, und deswegen sehe ich es ihm nicht nach, den handelnden Personen nicht der Charakter fehlte. Auf den 400 Seiten des Romans wäre dann Platz genug dafür gewesen, sich mit den Menschen zu beschäftigen. Nicht nur oberflächlich, sondern ihre Gefühlswelt auszuleuchten. Es wäre schön gewesen, hätte der Autor uns am Innenleben seiner Personen teilhaben lassen.

Alles was man nach der Lektüre über das Buch sagen kann, ist, und das würde besser in den Klappentext passen: Ian McEwans Roman schildert eine bestimmte Sorte Wissenschaftler, dem Essen, Alkohol und Sex wichtiger sind als Familie, Liebe und Arbeit oder seine Forschungen. Einen Mann, dessen Kopf ein Tummelplatz für Gelüste und Träumereien ist.

Aber, will man so etwas lesen?

Ian McEwan
Solar

  • Gebundene Ausgabe: 405 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: Deutsche Erstausgabe. (28. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257067658
  • ISBN-13: 978-3257067651
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,6 cm
  • Preis: 21,90 Euro


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