Der Club Dumas

Der Club Dumas

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Können Bücher gefährlich sein, ja den Tod bringen? Im Roman Der Club Dumas des spanischen Schriftstellers Arturo Pérez- Reverte trifft beides zu. Die Hauptperson Corso, tituliert als professioneller Bücherjäger, hat zwei Aufgaben zu lösen: Er soll die Echtheit eines handgeschriebenen Manuskripts zu einem Musketier- Buch von Alexandre Dumas sowie die eines Buches, das sich mit okkultistischen Themen beschäftigt und dessen Verfasser auf dem Scheiterhaufen endete, beweisen. Pérez- Reverte spinnt einen fesselnden Handlungsfaden, bei dem sich die Recherche nach der Authentizität beider Schriften vielfach überkreuzt. Zudem gerät die Hauptperson immer tiefer in eine Situation, in der sich sein Leben mit denen der Hauptakteure aus Dumas’ Romanreihe vermischt. Er glaubt, in Personen, denen er begegnet, Reinkarnationen der Bösewichte Milady und Rochefort aus den Musketier- Büchern zu erkennen. Zuletzt gesellt sich ein junges Mädchen zu ihm, in dem er den Teufel zu erkennen glaubt. Und doch ist am Ende alles anders, als der Autor anfangs den Leser glauben machen will.

Was bleibt nach der Lektüre dieses Buches? Zunächst gibt Pérez- Reverte einen guten Einblick in die Arbeitsweise der Antiquare, ihre Methoden und Tricks, um Fälschungen von echten alten Schätzen zu unterscheiden. Das Faust- Thema, dass ein Mensch dem Teufel seine Seele verkauft und dafür irdischen Ruhm ohne Ende genießen kann, wird sehr breit dargestellt. Der Bücherjäger taucht mit Fortgang der Geschichte immer tiefer in okkulte Praktiken, Renaissance- Kryptographie und Kabalistik ein. Gelungen ist die Idee, dass der Held der Geschichte Parallelen zwischen dem Dumas- Roman und seinem eigenen Erleben findet und sich immer tiefer darin verstrickt. Manche (teils autobiografischen?) Versatzstücke tauchen im Club Dumas wie auch in anderen seiner Bücher auf: Die Affinität des Autors zu Krieg und Fotografie (er arbeitete 21 Jahre als Kriegsberichterstatter), zu Kroatien, und das Thema der verlorenen Liebe.

Das Buch liest sich flüssig und bleibt über weite Strecken spannend. Die Charaktere werden gut herausgearbeitet. Was weniger überzeugt, ist am Ende des Buches die Entwirrung der Handlungsstränge. Einerseits wird die Vermischung von aktueller und früherer Zeit als Illusion aufgelöst, auf der anderen Seite kulminiert die Besessenheit eines Teufelsanhängers bis zum (unbefriedigenden) Ende. So bleibt der Roman bessere Unterhaltungslektüre, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck; wer wissen will, wie gut Pérez- Reverte schreiben kann, dem sei sein Buch Der Schlachtenmaler empfohlen.

Die Rezension bezieht sich auf die spanische Originalausgabe.

Arturo Pérez- Reverte: Der Club Dumas

  • Broschiert: 464 Seiten
  • Verlag: List Tb.; Auflage: 1 (März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548605117
  • ISBN-13: 978-3548605111
  • Originaltitel: El Club Dumas
  • Größe: 18,2 x 12,4 x 3,6 cm
  • Preis: 8,95 €



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Artur0 Pérez- Reverte: El Club Dumas

  • Taschenbuch: 493 Seiten
  • Verlag: Santillana (Juni 2002)
  • Sprache: Spanisch
  • ISBN-10: 8420481025
  • ISBN-13: 978-8420481029
  • Größe: 21,6 x 13,2 x 3,3 cm
  • Preis: 39,17 €



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